Mike – Die Museumskatze

Mike – Die Museumskatze
1908 erschien ein kleines Kätzchen vor den Toren des British Museum in London. Es war keine gewöhnliche Katze. Es schien genau zu wissen, was es wollte – Einlass ins Museum. Die Wachen verweigerten ihm jedoch den Zutritt. Unbeirrt kam das Kätzchen täglich wieder und sass geduldig da, als warte es auf einen Auftrag. Schliesslich beschloss ein Wachmann namens Henry, es zu adoptieren, nannte es Mike und integrierte den Kater in das Museumspersonal.

Mike wurde bald zu einem bemerkenswerten Mitglied des Teams. Er hatte ein einzigartiges Talent: Er konnte Hunde nicht ausstehen und besass die unheimliche Fähigkeit, sie kampflos vom Museumsgelände zu vertreiben. Indem er standhaft blieb, den eindringenden Hund mit scharfen Augen anstarrte und ein seltsames Geräusch von sich gab, konnte Mike sogar zehnmal so grosse Hunde in die Flucht schlagen.

In den Zeitungen erhielt er den Spitznamen „die Katze, die keinen Hund ins Museum liess“. Neben der Aufgabe, das Gelände von Hunden freizuhalten, bestand Mikes wichtigste Aufgabe darin, Ratten zu jagen, die die seltenen Artefakte des Museums bedrohten. Dabei war er so geschickt, dass ein Mitarbeiter ihn als „Katze vom Rang eines antiken Kriegers“ beschrieb.

Mike erfüllte seine Pflichten rund 20 Jahre lang treu, bis zu seinem Tod im Jahr 1929. Die Museumsmitarbeiter trauerten zutiefst um ihn und veröffentlichten sogar einen offiziellen Nachruf in der Museumszeitschrift. Ein Autor nannte ihn „die elegante Katze, die das Chaos mit Entschlossenheit und einem einzigen Blick besiegte“. Mike wurde im Museum begraben; in einer Ecke wurde ein kleines Denkmal errichtet, um sicherzustellen, dass sein Name und sein Vermächtnis Teil der Geschichte des Museums bleiben. Seine Geschichte ist mehr als eine charmante Katzengeschichte – sie ist eine Lektion in Entschlossenheit, Loyalität und stillem Fleiss und zeigt, dass auch Tiere die Geschichte nachhaltig prägen können…

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