Category Archives: Wirtschaft und Finanzen

Die chinesische Währung

Fünf kuriose Fakten zum Yuan
Chinas neue Führung treibt den Wandel des Wirtschaftssystems voran und gibt erstmals den Wechselkurs der Landeswährung Yuan komplett frei. Die Welt hat China lange unter Druck gesetzt, jetzt gibt Peking nach. Allerdings mit Einschränkungen. So ist die Freigabe zunächst nur regional stark begrenzt. Die Regierung plant ein Zollfreigebiet in der Wirtschaftsmetropole Shanghai, wo der Yuan frei gehandelt werden soll, wie aus Plänen des Staatsrates hervorgeht. Bislang kontrolliert China die Geschäfte mit seiner Währung sehr stark: Die Zentralbank gibt täglich einen fixen Wechselkurs für den Yuan vor. Der Wert des Yuan wird somit nicht wie bei den meisten anderen Währungen üblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Westliche Staaten kritisieren, der Yuan sei dadurch unterbewertet. Das mache chinesische Exporte besonders billig und damit konkurrenzfähiger als Produkte anderer Staaten. In den vom Staatsrat im August gebilligten Plänen zum Zollfreigebiet Shanghai heisst es, China wolle den Yuan „letztlich” freigeben. Die Einführung einer von Angebot und Nachfrage bestimmten Währung in einem Zollfreigebiet sei ein Test unter der Bedingung, dass „das Risiko kontrolliert werden kann”.

Yuan Renminbi China Miketop

Fakten zur China-Währung
Namen: Renminbi ist der offizielle Name des chinesischen Geldes. Die „Volkswährung” – so die Übersetzung – wurde nach Gründung der Volksrepublik 1949 eingeführt. Yuan ist das Wort für die Zahleinheit, das Schriftzeichen ist dasselbe wie für den japanischen Yen. Der Begriff Yuan wird auch für andere Währungen verwendet, so heisst der US-Dollar auf Chinesisch „Meiyuan” und der Euro „Ouyuan”.

Alltag: Im Geschäft oder Supermarkt sprechen die Chinesen vor allem im Norden des Landes aber eher von einem Kuai (Stück) statt einem Yuan. Einen Kuai bezahlen die Chinesen umgangssprachlich auch, wenn sie im Ausland andere Währungen in die Hand nehmen.

Richtig kompliziert: Für Ausländer schwer zu behalten sind die chinesischen Bezeichnungen für kleinere Geldeinheiten. Ein Yuan entspricht zehn Jiao (Ecke), umgangssprachlich sagen die Chinesen auch Mao (Haar). Ein Jiao wiederum ist so viel wie zehn Fen (Ration).

Münz-Armut: Während Yuan und Jiao in China als Geldscheine verschiedener Größen kursieren, sind die aus Aluminium geprägten Fen-Münzen wegen ihres geringen Werts kaum noch verbreitet.

Aussprache: Der Yuan wird „Jüen” ausgesprochen.

Zombie-Firmen in China

„Zombie-Firmen“ könnten Chinas Alptraum werden – Wird China zum Problemfall?
Tickende Zeitbombe – Hoch verschuldete Unternehmen bekommen immer wieder frische Kredite. Das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik geht zurück, dazu kommen explodierende Schulden. Eine ebenso grosse Gefahr droht durch sogenannte „Zombie-Firmen“ – Unternehmen, die durch immer neue Kredite künstlich am Leben gehalten werden. Es ist eine schleichende Gefahr: Zahlreiche Kommunen und Firmen sind völlig überschuldet. Trotzdem bekommen sie immer wieder frisches Geld von den Banken. Damit finanzieren sie schliesslich nicht mehr ihre Geschäfte, sondern nur noch ihre explodierenden Schulden. Die Kredit-Dauerinfusionen sorgen zwar dafür, dass die un-toten Unternehmen keine Fabriken schliessen oder Beschäftigte entlassen müssen, doch langfristig saugen sie der gesamten Wirtschaft den Lebenssaft ab. Denn unter dem immensen Kredithunger leiden letztlich die gesunden Firmen, die Konjunktur und Beschäftigung antreiben. Denn durch die Kreditnehmer steigen die Zinsen und das macht die Geldbeschaffung insgesamt schwieriger. In China ein grosses Problem, denn dort sorgen die kleinen und mittelständischen Betriebe für rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 75 Prozent der neuen Stellen.

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Im Reich der Schattenbanken
Während sich die öffentlichen Betriebe und Grosskonzerne bei den Staatsbanken refinanzieren können, sind die kleineren Firmen vielfach auf den riesigen so genannten Schattenbankensektor angewiesen. Dort tummeln sich vom Wertpapierhändler über das Pfandhaus bis zum Kredithai am Strassenrand viele verschiedene Akteure. Hier verbergen sich nach Einschätzung von Analysten die grössten Schuldenrisiken. Die wichtigste Rolle im Schattenbankenwesen spielen die Treuhandgesellschaften. Sie verkaufen Anlageprodukte an Sparer und nutzen die Gelder daraus unter anderem zur Kreditvergabe. Die Gesellschaften haben im chinesischen Finanzsystem immens an Bedeutung gewonnen und sind dort mittlerweile die zweitwichtigste Branche hinter den Banken, aber vor den Versicherungen. Die Treuhandgesellschaften bieten einen guten Einblick in die chinesischen Missstände. Denn sie geben – anders als die Banken – häufig die Identität der Schuldner und Details zur Verwendung der Darlehen preis, weil sie damit das Informationsbedürfnis der eigenen Investoren befriedigen wollen. An Treuhandgesellschaften wenden sich Kunden, die bei traditionellen Geldhäusern keine Kredite bekämen und für die das Schuldenmachen daher deutlich teurer ist. Die Treuhandprodukte bringen Investoren Renditen von neun bis zwölf Prozent jährlich. Das ist mehr als normale Banken ihren reichen Kunden bieten können. Im vergangenen Jahr wurden in China nach Schätzungen Treuhandkredite über umgerechnet 367 Milliarden Euro vergeben. Aber nur die Hälfte davon dient zur Finanzierung von Investitionen oder Produktionsausweitungen. Die andere Hälfte wird nur dazu genutzt, Altschulden zu refinanzieren.

Fluch des Baubooms
Rund 70 Prozent der Treuhandkredite gingen an Kommunalregierungen, Immobilienentwickler sowie Industriezweige, die unter Überkapazitäten leiden – zum Beispiel die Bauindustrie. Im Krisenjahr 2008 hatte die chinesische Regierung mit gewaltigen Konjunkturhilfen den Bauboom angefacht und viele davon profitierende Unternehmen künstlich aufgepumpt. Ein anschauliches Beispiel bietet Chinas fünftgrösste Stadt Tianjin. Die Metropole will gross hinaus und der Hauptstadt Peking Paroli bieten. Glanzstück soll ein neuer Finanzdistrikt mit 47 Wolkenkratzern werden, der es mit Manhattan aufnehmen kann. Mehr als 120 Milliarden Euro haben die Stadtoberen dafür bereits investiert. Nun muss die wichtigste Finanzierungsgesellschaft der Stadt bis 2019 Schulden über insgesamt 30 Milliarden Euro bedienen. Es ist nicht abzusehen, wann die Projekte ihre Kosten decken können. Denn die grosse Frage ist, warum die grossen Finanzfirmen, die bereits in Peking stark vertreten sind, grosse Dependancen in Tianjin eröffnen sollten. Der Stadt dürfte am Ende nichts anderes übrig bleiben als: Schulden machen, Schulden machen, Schulden machen…

Lego verkauft mehr in Asien

Lego verkauft mehr Bauklötze in Asien
Die wachsende Nachfrage nach winzigen Bauklötzen in Asien hat dem dänischen Spielwarenkonzern Lego im ersten Halbjahr 2013 glänzende Verkaufszahlen beschert. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 10,36 Mrd. dänische Kronen (umgerechnet 1,71 Mrd. Franken). Lego Asia Asien MiketopIn Asien verkaufte Lego in dieser Zeit sogar 35 Prozent mehr Spielwaren, wie das Familienunternehmen am Donnerstag berichtete. In Europa waren es acht Prozent. Auch beim Gewinn konnte der dänische Bauklötzchen-Bauer erneut zulegen. Unterm Strich verdiente Lego 2,38 Mrd. Kronen. Im ersten Halbjahr 2012 waren es noch rund 2 Mrd. Kronen gewesen. Konzernchef Jørgen Vig Knudstorp sprach mit Blick auf den weltweiten Spielzeugmarkt von einem „sehr zufriedenstellenden Ergebnis“. Einen grossen Anteil am guten Geschäft hätten die neue Produktlinie „Legends of Chima“ sowie „Lego Friends“ gehabt. Ab 2017 will der Spielwarenhersteller seine Steinchen für den asiatischen Markt in China herstellen. Im kommenden Jahr startet der Bau einer Fabrik in der Millionenstadt Jiaxing, wo später 2000 Mitarbeiter arbeiten sollen. Lego wird nach eigenen Angaben zum Jahresende voraussichtlich einen Marktanteil von 8,8 Prozent haben.

PC-Markt bricht weiter ein

Weltweiter PC-Markt bricht weiter ein
Nach den Ergebnissen des monatlichen PC-Trackers von IDC gab der PC-Markt im Mai weltweit erneut um 18 Prozent nach. Im März und April war ein Minus von 10 Prozent für IDC schon Anlass, von einem Aufwärtstrend zu sprechen, sorgten doch Aktivitäten in Latein-Amerika und EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) für einen etwas geringen Rückgang als zuvor. Die Verkäufe im Mai sackten in diesen Regionen aber wieder ab. Lediglich in Grossbritannien und Indien konnte der Trend aus dem April bestätigt werden. Damit lagen die Zahlen unter den ursprünglichen Prognosen, wodurch die Hoffnung nun auf einem stärkeren Juni liegt. Insgesamt hatten die Analysten für das zweite Quartal 2013 einen Rückgang im PC-Geschäft von 11,7 Prozent prophezeit. Den Rest des Jahres beurteilt IDC dann aber wieder positiver. So sagten die Marktforscher für das dritte Quartal nur noch einen Rückgang um 4,7 Prozent und für das vierte Quartal um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum voraus. Da im ersten Quartal 2013 der PC-Markt um 13,3 Prozent abgesackt war, ergibt das mittlerweile eine Jahresprognose von minus 7,8 Prozent. „Die Erwartungen für das zweite Quartal waren nicht so hoch und basierten vor allem auf den leichten Verbesserungen des Marktes aus dem ersten Quartal. Die Mai-Resultate aber reflektieren die sich verschlechternden Konditionen des Marktes, die die Verbesserungen überlagern, so dass die Ergebnisse hinter den Vorhersagen zurückbleiben werden“, sagt Loren Loverde, Program Vice President des PC Trackers bei IDC. „Dennoch glauben wir nach wie vor an eine Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte, da neue Produkte auf den Markt kommen und zudem auch das neue Schuljahr für Impulse sorgen wird.“ Die Hoffnungen der PC-Hersteller und von Microsoft liegen dagegen vor allem auf Windows 8.1., da das Release des überarbeiteten Betriebssystems dafür sorgen könnte, dass künftig wieder mehr Rechner gekauft werden.

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Rätsel am Nachthimmel

Erscheinung am Nachthimmel sorgte an Heiligabend für Rätsel
Feuerball am Himmel über Deutschland war Teil einer Sojus-Rakete. Der helle Lichtschweif, der zu Heiligabend am europäischen Nachthimmel für Aufsehen gesorgt hat, war ein verglühender Teil einer Sojus-Rakete. „Es handelte sich dabei um eine Oberstufe der Sojus-Rakete, die kürzlich drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS gebracht hat“, sagte der Sprecher der Europäischen Weltraumbehörde ESA in Darmstadt. Dies hätten Untersuchungen einer ESA-Expertengruppe eindeutig ergeben. „Die Raketenteile sind etwa 80 Kilometer über der Erde verglüht. Die Flugrichtung war von Westen nach Osten“, erklärte der Sprecher: „Beim Eintritt in die Atmosphäre hatten sie etwa eine Geschwindigkeit von 25’000 bis 28’000 Stundenkilometern.“

Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden: „Je weiter Teile in die Erdatmosphäre eintreten, desto mehr zerbrechen und verglühen sie.“ Am 24. Dezember war das Phänomen abends über Teilen Deutschlands, Belgiens, Frankreichs und der Niederlande beobachtet worden. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erreichen jährlich 60 bis 70 Tonnen Weltraumschrott die Erde. Am Mittwoch war eine Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet, um drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Am Freitag waren der Russe Oleg Kononenko, der US-Amerikaner Donald Pettit und der Niederländer André Kuipers plangemäss am Aussenposten der Menschheit in 350 Kilometern Höhe angedockt. Das Phänomen war an Heiligabend etwa in Thüringen von Augenzeugen gegen 17.30 Uhr gesehen worden. Sie berichteten von drei glühenden Streifen mit einem breiten Schweif, der sich dann in mehrere Teile zerstreut habe. Um was es sich genau handelte, war zunächst unklar geblieben. Manche spekulierten über den Stern von Bethlehem.

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