Ein Inselstrand als Krebsparadies
Tausende kleiner Einsiedlerkrebse kämpfen sich jedes Jahr im August an der Küste der kleinen Insel Saint John über Stock und Stein zum Wasser vor. An diesem Strand möchte sich der geneigte Durchschnitts-Tourist sicherlich nicht niederlassen. Denn auf diesem Teil der amerikanischen Jungferninseln-Gruppe regiert das grosse Krabbeln.
Westantarktis erwärmt sich
Westantarktis erwärmt sich – Temperaturanstieg von 2,4 Grad
Die westliche Antarktis gehört zu den sich am schnellsten erwärmenden Regionen der Erde. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher nach der Überprüfung von Temperaturdaten aus über 50 Jahren. Die Erkenntnisse weisen darauf hin, dass dem Schmelzwasser der Antarktis eine grössere Bedeutung im Klimawandel zukommt als bisher angenommen. Die Temperaturen in der Westantarktis steigen laut einer Studie ungewöhnlich schnell, was den Anstieg des Meeresspiegels beschleunigen könnte.
Der westantarktische Eisschild erwärme sich doppelt so rasch wie bisher gedacht, berichteten Forscher im Wissenschaftsblatt „Nature Geoscience“ vom Sonntag. Eine Überprüfung der Temperaturdaten zwischen 1958 und 2010 ergab, dass die Temperatur in diesem Zeitraum um 2,4 Grad gestiegen ist – drei Mal so stark wie im weltweiten Durchschnitt. Damit sei die westliche Antarktis das sich am schnellsten erwärmende Gebiet der Welt.
Bedeutung für den Meeresspiegel
Das Eis im Westen der Antarktis liegt teilweise über Land, erstreckt sich aber auch weit ins Meer hinein und schmilzt deshalb schneller. Schon bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass der Schmelzprozess in der Westantarktis zu rund zehn Prozent des durch den Klimawandel erzeugten Anstiegs des Meeresspiegels beiträgt. Die neuen Erkenntnisse könnten aber bedeuten, „dass die Region einen grösseren Beitrag zum ansteigenden Meeresspiegel leisten könnte als sie es bisher tut“, sagte der Koautor der Studie, David Bromwich vom Byrd Polar Research Center. „Wenn der Erwärmungstrend anhält, wird die Schmelze in der Region in der Zukunft umfangreicher sein.“
Unvollständige Aufzeichnungen
Die Byrd-Station war 1957 in der Westantarktis errichtet worden; ihre Temperatur-Aufzeichnungen waren aber unvollständig. Der Forschungsstützpunkt war nicht durchgehend besetzt und litt während der langen Polarnächte unter Stromausfällen, weil dann die Solaranlage nicht funktionierte. Bromwich und sein Team benutzten deshalb Wetterdaten mehrerer US-Forschungseinrichtungen, um die Lücken zu schliessen. Der Weltklimarat hatte 2007 einen Anstieg der Meeresspiegel zwischen 18 und 59 Zentimeter bis zum Ende des Jahrhunderts vorhergesagt. Mehrere Studien der vergangenen Monate haben aber bereits vorhergesagt, dass der Anstieg wesentlich höher sein dürfte.
Seilbahn zum Zuckerhut
100 Jahre Seilbahn zum Zuckerhut – Die schwebende Strassenbahn
Der Zuckerhut ist eines der markantesten Wahrzeichen Rio de Janeiros. Die Fahrt mit der Seilbahn ist ein Muss für jeden Touristen und das seit 100 Jahren. Die «Bondinho» ist zum Kult geworden. Der Ausblick ist atemberaubend. Vom 395 Meter hohen Zuckerhut aus entfaltet die Metropole Rio de Janeiro ihren ganzen Charme. Weisse Strände, azurblaues Meer, das saftige Grün der bewaldeten Hügel, ein unendlich anmutender Horizont und zu Füssen die «Cidade Maravilhosa», die «Zauberhafte Stadt», wie Rios zweiter Name lautet. Schätzungsweise 40 Millionen Menschen haben die Seilbahn zu dem Wahrzeichen bislang benutzt. Vor 100 Jahren ging die von den Brasilianern «Bondinho» genannte Seilbahn an der Guanabara-Bucht erstmals auf Fahrt. Möglich machten es mutige brasilianische Architekten und deutsche Technologie.
Die Fahrt beginnt am Praia Vermelha, dem «Roten Strand». Sanft schwebt die Gondel, die bis zu 65 Passagiere befördert, hoch zum 220 Meter hohen Morro da Urca, dem «Hügel von Urca». Dort heisst es Aussteigen. Über bewaldete und befestigte Wege geht es zu Fuss weiter vorbei an kleinen Geschäften, Restaurants und einem Hubschrauberlandeplatz bis zur nächsten Station, wo die zweite Teilstrecke zum Pão de Açúcar, also zum Zuckerhut, beginnt. Beide Fahrten dauern jeweils drei Minuten. Oben eröffnet sich ein spektakulärer Blick auf das zweite weltbekannte Markenzeichen der Stadt: die nur wenige Kilometer entfernte Christusstatue auf dem Corcovado-Berg. Am 27. Oktober 1912 wurde die erste Strecke der Seilbahn eröffnet, am 18. Januar 1913 folgte das zweite Teilstück zum Zuckerhut. Damals waren weltweit nur wenige Personenseilbahnen im Einsatz, etwa in der Schweiz am Wetterhorn oder in Spanien am Monte Ulia. In Brasilien hatte der Architekt Augusto Ferreira Ramos im Jahr 1908 die Idee. Er wollte den bislang nur für wagemutige Bergsteiger vorbehaltenen Ausblick für Touristen zugänglich machen. Vier Jahre später entschwebte die erste Gondel mit 17 Passagieren zur Jungfernfahrt. Die Technologie stammte vom renommierten deutschen Seilbahnpionier Julius Pohlig aus Köln.
Damals glich die vier Meter lange und 1,80 Meter hohe Gondel einem Strassenbahnwaggon aus Holz, was der Seilbahn den Namen «Bondinho» einbrachte. Im Innenraum waren Sitzbänke montiert, die später aber rauskamen, um mehr Platz für Passagiere zu schaffen. Die Fahrt über beide Teilstrecken dauerte zehneinhalb Minuten. Wurden am Anfang 500 bis 600 Touristen pro Tag befördert, sind es heute je nach Saison 2000 bis 6000 Passagiere. Die «schwebende Strassenbahn» aus Holz war 60 Jahre praktisch unverändert im Einsatz, bis die «Bondinho» 1972 neue moderne Gondeln bekam, die dann 2007 durch die heutigen Panaromakabinen aus der Schweiz ersetzt wurden. Der Zuckerhut und seine Seilbahn sind Wahrzeichen, die in Rio auf T-Shirts, Ölbildern, Postern und Postkarten zu finden sind. Die Kulisse wurde mit dem James-Bond-Film «Moonraker – Streng geheim» (1979) weltbekannt, in dem sich 007 alias Roger Moore in schwindelerregender Höhe einen Kampf mit dem Bösewicht «Beisser» liefert, der mit seinem Eisengebiss filmgerecht ein dickes Stahlseil durchbeisst. Dem Pão de Açúcar machten auch Papst Johannes Paul II., Albert Einstein und John F. Kennedy ihre Aufwartung. Auch bewältigten die Drahtseilstrecke schon Artisten per Motorrad und zu Fuss nur mit einer Balancierstange ausgerüstet. Bei Alpinisten gilt der Berg auch heute noch als Herausforderung. Der schnellste, einfachste und sicherste Weg nach oben bleibt aber die «Bondinho». Was allerdings ein kostspieliges Vergnügen ist: Hin- und Rückfahrt kosten umgerechnet 20 Euro.
Lanzarote
Lanzarote
Lanzarote ist die nordöstlichste der sieben grossen Kanarischen Inseln, die im Atlantischen Ozean eine von Spaniens siebzehn autonomen Regionen bilden. Lanzarote liegt rund 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste und rund eintausend Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Hauptverkehrsanbindung ist der Flughafen Arrecife. Mit einer Fläche von 845,94 Quadratkilometern hat die Insel einen Flächenanteil von 11,29 Prozent an der Gesamtfläche aller Kanaren. Als erste vollständige Insel wurde Lanzarote 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.
Bildergalerien folgen in wenigen Tagen…
Georaphie
Lanzarote misst von Nord (Punta Fariones) nach Süd (Punta Pechiguera) rund 58 Kilometer und in der grössten Ost-West-Ausdehnung 34 Kilometer. Südlich von Lanzarote liegt in 11,5 Kilometern Entfernung die Insel Fuerteventura, und im Norden nur einen Kilometer entfernt der Chinijo-Archipel mit den kleinen Inseln La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza, Roque del Oeste und Roque del Este. Von den insgesamt 213 Kilometern Küste sind zehn Kilometer Sand- und 16,5 Kilometer Kiesstrand, der Rest besteht aus Felsküste. Auf der Insel gibt es zwei Gebirgszüge. Im Norden der Insel steigt das Famara-Massiv mit dem Gipfel Peñas del Chache auf 671 msnm an, und im Süden der Los Ajaches auf 608 m. Südlich des Famara-Massivs schliesst sich die Sandwüste von El Jable an, die das Famara-Massiv von den so genannten Feuerbergen (Montañas del Fuego) des Timanfaya-Nationalparks trennt. Im Timanfaya-Gebiet ereigneten sich zuletzt von 1730 bis 1736 und 1824 starke Vulkanausbrüche, die grosse Teile des fruchtbarsten Ackerlandes und mehrere Dörfer und Gehöfte mit zusammen etwa 420 Häusern unter sich begruben. Der Rest der Insel ist durch eine Hügellandschaft mit markant aufragenden Vulkankegeln geprägt
Geologie
Lanzarote ist eine Insel vulkanischen Ursprungs. Vor rund 36 Millionen Jahren begannen wiederholte unterseeische Vulkanausbrüche den Sockel der Insel zu bilden. Diese Eruptionen entstanden als Erscheinungen von Intraplattenvulkanismus durch Kontinentaldrift und Hotspot-Vulkanismus. Ausführlicheres dazu im Artikel Kanarische Inseln. Vor 15,5 Millionen Jahren wuchs Lanzarote über die Meeresoberfläche hinaus.
Die Oberfläche Lanzarotes ist durch vier vulkanische Hauptphasen entstanden, die meist durch die Kalium-Argon-Datierung nachgewiesen sind:
- Phase 1: Hier entstanden das Famara-Gebirgsmassiv im Norden, der zweithöchste Gebirgszug Los Ajaches, der östliche Teil der Rubicón-Ebene, sowie einzelne Vulkane bei Tías im Südosten. Diese Eruptionsphase fand vor 15,5 bis 3,8 Millionen Jahren statt, unterbrochen durch Zeiten, die von Erosion geprägt waren.
- Phase 2: Hier entstanden der westliche Teil der Rubicón-Ebene mit dem Montaña Roja, einige Vulkane im Inselinneren, sowie der Montaña de Guanapay bei Teguise und der Atalaya bei Haría im Norden. Diese eruptive Phase fand vor etwa vor 1,3 bis 2,7 Millionen Jahren statt.
- Phase 3: Hier gab es bis zu 100 Eruptionszentren, die sich vor etwa 730.000 bis 240.000 Jahren über die ganze Insel verteilt haben.
- Phase 4: Hier wird unterschieden: Die erste Eruptionsphase liess vor gut 3.000 Jahren im Nordosten Lanzarotes das 30 Quadratkilometer grosse Malpaís de la Corona und damit auch die bekannte Cueva de los Verdes entstehen. Die zweite Eruptionsphase ereignete sich von 1730 bis 1736 und 1824, wobei über 23 Prozent der Fläche Lanzarotes mit etwa 3 bis 5 km³ neuer Lava aus etwa 30 neuen Vulkankratern bedeckt wurden. Diese Grössenordnung ist hinsichtlich Dauer, eruptierter Lavamengen und Zusammensetzung der Laven (u. a. Olivin-Basalt) in historischer Zeit weltweit eine der bedeutendsten, höchstens noch vergleichbar mit den Eruptionen der Eldgjá (um 934) und der Laki-Krater (1783-84) in Island. Heute erstreckt sich auf einem Grossteil dieses Gebietes der Timanfaya-Nationalpark.
Erste Berichte durch Griechen und Römer
Durch die Nähe zu Afrika und dem europäischen Kontinent war Lanzarote wohl die erste Kanarische Insel, die besiedelt wurde. Es wird vermutet, dass die Phönizier bereits um 1100 v. Chr. die Insel besucht haben. Auch die griechischen Schriftsteller und Philosophen Herodot, Platon und Plutarch berichten vom Garten der Hesperiden, vom Land der Fruchtbarkeit, wo Obst und Blumen in der Brise des Atlantikwindes duften, und Homer schreibt im vierten Gesang der Odyssee von einem paradiesischen Ort. Es ist aber unklar, um welche Inseln es sich konkret handelt. Die ersten historischen Aufzeichnungen zu den Kanaren stammen von Pomponius Mela sowie von Plinius dem Älteren mit seiner enzyklopädischen Naturkunde Naturalis historia und Claudius Ptolemaeus, welche auch die Identifizierung einzelner Kanareninseln erlauben. Eine erste Expedition zu den Kanarischen Inseln erfolgte dabei nach Plinius durch König Juba II. von Mauretanien. Die für die einzelnen Inseln vergebenen Namen der Insulae Fortunatae (Inseln der Glückseligen) lauten: Canaria=Invallis (Gran Canaria), Ninguaria=Planasia (Teneriffa), Inaccessa (La Palma), Iunonia (Lanzarote und Fuerteventura), Pluvialia=Ombrios (Gomera) und Capraria (El Hierro). Man glaubt, dass Fuerteventura und Lanzarote miteinander verbunden waren, denn beide, und auch Lobos, werden nicht einzeln erwähnt, jedoch ein Archipel. Archäologische Funde, die auf das 1. Jahrhundert v. Chr. datiert werden konnten, belegen die Anwesenheit der Römer auf Lanzarote.
Die Wiederentdeckung durch Europäer und Araber
In den nachfolgenden Jahrhunderten geraten die Kanaren nach dem Zusammenbruch des römischen Reichs wieder in Vergessenheit und werden im Jahr 999 n. Chr. durch Ben Farroukh wiederentdeckt. Die Araber gaben den Inseln den Namen Al Djezir al-Khalida (Glückliche Inseln) und lehnten sich damit an den Namen der Römer an. Im Jahr 1336 stach von Lissabon aus eine Flotte unter der Führung von Lanzarote da Framqua alias Lancelotto Malocello in See, um das damalige Ende der europäischen Welt zu erforschen, das zu jener Zeit vor der nordwestafrikanischen Küste lag. Lancelotto Malocello umsegelte das Kap der Angst (Kap Bojador) nie, entdeckte aber die Kanarischen Inseln erneut und liess sich auf Lanzarote nieder. Zur Zeit des Aufenthaltes von Malocello auf Lanzarote herrschte dort König Zonzamas mit seiner Frau Fayna. Sie soll eine Nacht mit dem Adligen aus Vizcaia auf dem spanischen Festland namens Martin Ruiz de Avendaño verbracht haben, der 1377 die Insel erreichte. Aus dieser Nacht ist der Überlieferung nach Tochter Icó hervorgegangen. König Zonzamas und seine Frau hatten die beiden Söhne Tigufaya, der wurde Thronfolger und mit Frau und weiteren Einwohnern 1393 verschleppt, und Guanarame, der danach Thronfolger wurde. Die wohl uneheliche Tochter Icó heiratete Guanarame und bekam Luis de Guardafía als Sohn. Dessen Tochter hiess Teguise und gab der ehemaligen Hauptstadt der Insel ihren Namen. Sie heiratete Jean de Béthencourts Neffen Maciot de Béthencourt. In der Nähe der heutigen Stadt Teguise baute er auf dem Montaña de Guanapay ein kleines Fort. Wieder in Portugal angekommen, erreichte er es, dass die von ihm entdeckte und in Besitz genommene Insel in der Weltkarte des Angelino Dulcert als Insula de Lanzarotus Marocelus eingezeichnet wird. Seither soll Lanzarote seinen Namen tragen.
Die Unterwerfung durch Europäer
Angelockt sowohl durch wertvolle Rohstoffe wie Orseille (rote Färberflechte) als auch durch Sklaven, unternahm Jean de Béthencourt 1402 eine Expedition unter König Heinrich III. von Kastilien zu den Kanarischen Inseln. Er ging im Süden Lanzarotes (von den Guanchen noch Titeroygatra genannt), bei den Papagayo-Stränden an Land und konnte den einheimischen Inselkönig Guardafía davon überzeugen, mit ihm friedlich zusammenzuarbeiten, indem er ihm Schutz vor portugiesischen und spanischen Menschenhändlern anbot. Mit seiner Hilfe konnte er in der Rubicón-Ebene eine Festung bauen. Dies war aber eine Täuschung, da Béthencourt den Frieden nutzte, um die anderen Inseln zu erobern. Er stellte aber bald fest, dass seine Ausrüstung und die ihm zur Verfügung stehenden Soldaten nicht ausreichten, die Kontrolle über alle Inseln zu erlangen. Béthencourt begab sich somit zurück aufs Festland. Während seiner Abwesenheit nutzte Gadifer de la Salle die kleine vorgelagerte Insel Los Lobos als Stützpunkt. Hier führte Bertín de Berneval dann aber einen Aufstand und nahm Einheimische als Sklaven mit nach Spanien. Gadifer hatte nun kein Schiff mehr und verdurstete beinahe auf Lobos, während die Einheimischen mit dem Töten von Europäern begannen. Mit Hilfe des Guanchen Atchen wollte Gadifer seine Leute rächen. Atchen nahm den König Guardafía auf Lanzarote gefangen und wollte selbst an die Macht. Guardafía konnte jedoch fliehen und liess Atchen lebendig verbrennen. Béthencourts mitgebrachte Geistliche tauften Guardafía und beeilten sich mit der Taufe vieler Guanchen, was diese zu Sklaven machte. Zu Béthencourts Rückkehr 1404 war Lanzarote unterworfen. So konnte man sich gut gerüstet der Eroberung der Nachbarinsel Fuerteventura widmen. Béthencourts weniger erfolgreicher Neffe Maciot de Béthencourt blieb als sein Stellvertreter auf Lanzarote. Er nahm sich die Tochter namens Teguise des bisherigen Herrschers Guardafia zur Lebensgefährtin, und benannte den damaligen Ort Acatife nach ihr. Rubicón bei den Papagayo-Stränden wurde sogar erster Bischofssitz durch Benedikt XIII. Bischof Alfonso Sanlúcar de Barrameda zeigte Maciot de Béthencourt wegen seines tyrannischen Verhaltens bei der Spanischen Krone an (siehe auch: Liste der Bischöfe der Kanarischen Inseln). Daraufhin übergab Enrique de Guzmán, Graf von Niebla 1430 auf Befehl der Krone den Besitz der bisher eroberten Inseln an Guillén de las Casas. 1435 übernahm Fernán Peraza durch Erbschaft diesen Besitz. Auf Druck von Béthencourt besetzten Portugiesen Lanzarote, wurden aber nach zwei Jahren von dort vertrieben. Auf Hernán Peraza folgte der Ehemann der Inés Peraza, Diego Herrera, welcher Lanzarote und Fuerteventura auf seine Kinder Sancho de Herrera, María de Ayala und Constanza de Samiento verteilte. In den nachfolgenden Jahren ist die Geschichte Lanzarotes durch immer wiederkehrende Überfälle von Piraten gekennzeichnet. Der schlimmste ereignete sich im Jahr 1618, als die Piraten Jabán und Solimán das Versteck der Einheimischen in den Höhlen der Cueva de los Verdes entdeckten, und rund 1000 Inselbewohner gefangen nahmen, um sie anschliessend auf dem afrikanischen Sklavenmarkt zum Verkauf anzubieten.
Naturkatastrophen im 18. Jahrhundert
1730 kam es auf Lanzarote zu schweren Vulkanausbrüchen. Am 1. September bildeten sich auf einer Strecke von 18 Kilometern 32 neue Vulkane. Die Ausbrüche, die von dem Pfarrer von Yaiza, Andrés Lorenzo Curbelo, bis 1731 detailliert dokumentiert wurden, dauerten insgesamt 2053 Tage und endeten im Jahr 1736. Am Ende hatte die Lava rund ein Viertel der Inselfläche unter sich begraben, darunter die fruchtbarsten Böden der Insel und mehrere Dörfer und Gehöfte. Stattdessen entstanden an dieser Stelle hundert neue Vulkane, die den Namen Montañas del Fuego (Feuerberge) erhalten haben. Anfangs war es den Inselbewohnern unter Androhung von Strafe verboten, die Insel zu verlassen, da die Inselführung befürchtete, keine Arbeitskräfte mehr zur Verfügung zu haben. Die Versorgung mit Lebensmitteln verschlechterte sich aber zusehends, so dass der Hälfte der Bevölkerung erlaubt wurde, auf die Nachbarinsel Gran Canaria auszuwandern. 1768 kam es zu einer Dürrekatastrophe, nachdem die Winterniederschläge mehrere Jahre lang nicht fielen. Die Dürre forderte zahlreiche Tote, viele Bewohner wanderten auf die Nachbarinseln oder nach Kuba und Amerika aus. Im Jahre 1824 kam es zu einem erneuten Vulkanausbruch im Bereich von Tiagua, der aber bei weitem nicht so folgenreich war wie die Ausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736. 1974 wurde hier der Timanfaya-Nationalpark gegründet.
Wetterphänomene
Auf Lanzarote, wie auch auf den anderen Kanarischen Inseln, kommt es mehrmals pro Jahr zu einer besonderen Wetterlage, der Calima, wenn über der Sahara Staubpartikel durch Sandstürme und starke Thermik bis in grosse Höhen transportiert werden. Mit südöstlichen Winden werden diese Aerosole dann weit auf den Atlantik hinaus transportiert. Während solcher Wetterlagen sinkt die Sichtweite auf der Insel bis auf wenige 100 Meter ab. Die Luft ist dann voller Staub und der Himmel erscheint in einem schon fast unwirklichen Rot- bis Braunton. Der hohe Gehalt an Aerosolen in der Luft kann dazu führen, dass der Luftverkehr eingestellt oder umgeleitet werden muss, da aufgrund der Topographie Lanzarotes der Anflug auf den Flughafen Guacimeta (ACE) aus Norden nur mit ausreichender Pilotensicht erfolgen kann. Von den Einheimischen (Conejeros) wird dieser heisse Südostwind Levante oder auch Calima genannt. Während dieser Wetterlage können die Temperaturen zeitweise bis auf 40 °C steigen.











