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Unheimliche Geisterschiffe

Die zehn unheimlichsten Geisterschiffe
Manche sind nur Legenden, andere gibt es wirklich. Sie kämpfen sich einsam durch die Wellen, keiner putzt das Deck, keiner hisst die Segel. In der Kombüse stehen die Töpfe und Teller so, als wäre der Smutje eben noch da gewesen. Durch die Gänge rollen leere Flaschen, in den Kajüten liegen Kleider und Schuhe. Aber von der Mannschaft ist weit und breit keine Spur. Wo sind sie geblieben? Wurden sie alle von einer riesigen Welle über Bord gespült? Hat einer von ihnen alle anderen getötet, alle Leichen beseitigt und ist als letzter über Bord gesprungen? Nichts ist unheimlicher, als wenn sich gleich eine ganze Gruppe Menschen in Luft auflöst. Über manche Geisterschiffe gibt es nur Gerüchte und Legenden, andere sind sehr real und wurden gründlich untersucht.

Die Papiere der „Ourang Medan“ wurden nie gefunden
Die „Ourang Medan“ war ein Dampfschiff, das inzwischen als „Geisterschiff der Südsee“ bekannt ist. Der Funker der „Ourang Medan“ sendete am 27. Juni 1927 einen SOS-Ruf und teilte mit, dass man an Bord des Schiffs dringend einen Arzt brauche. Später meldete sich der Funker noch einmal: „Alle Offiziere sind tot, auch der Kapitän. Wahrscheinlich sind alle tot. Ich sterbe“. Das Dampfschiff war fernab aller üblichen Schifffahrtsrouten im Pazifik unterwegs, dennoch war am nächsten Tag ein anderes Schiff – die „Silver Star“ – in der Nähe. Kein Mensch auf der „Ourang Medan“ gab Zeichen oder antwortete. Schliesslich wagten sich einige Matrosen der „Silver Star“ an Bord. Sie fanden nur Leichen. Die Toten wirkten, als seien sie in einer Schrecksekunde inmitten einer Bewegung, in der sie nach etwas greifen wollten, erstarrt. Der Anblick war grauenhaft. Der Kapitän der „Silver Star“ entschloss sich, die „Ourang Medan“ in Schlepptau zu nehmen. Aber dann begann das unheimliche Schiff zu brennen. Der Kapitän schnitt die Seile durch, kurz darauf explodierte die „Ourang Medan“. Welches Drama hatte sich auf dem Schiff abgespielt? Einen kleinen Hinweis gibt es dank des einzigen Überlebenden. Zehn Tage nach der Explosion kam auf den Marschallinseln ein Rettungsboot mit sieben Toten und einem Überlebenden an. Sie alle waren von der „Ourang Medan“ geflohen. Der Überlebende berichtete, dass man in China eine geheime Ladung an Bord genommen hatte und dass kurz darauf alle krank wurden. Bis heute nimmt man an, dass das Schiff Zyankali geladen hatte und dass sich giftige Blausäuredämpfe im Schiff verbreitet hatten. Allerdings hat man nie richtige Schiffspapiere gefunden. Wem es gehörte, woher es kam, wohin es wollte – alles verblieb ein Rätsel.

Der „Fliegende Holländer“ gilt als schlechtes Omen
Heinrich Heine hat über ihn gedichtet, Wilhelm Hauff hat eines seiner schönsten Märchen über ihn geschrieben, viele andere Dichter wurden von ihm inspiriert. Aber spätestens seit Wagner eine Oper über den unter einem Fluch leidenden Kapitän schrieb, ist der „Fliegende Holländer“ das berühmteste Geisterschiff überhaupt. Die Frage ist: Gab es ihn wirklich, diesen unglückseligen Kapitän, der bis zum jüngsten Tag auf See bleiben muss und nur alle sieben Jahre kurz das Land betreten darf? Woher die Geschichte stammt, weiss man nicht genau. Im 16. Jahrhundert wurden viele Geschichten über wagemutige holländische Kapitäne erzählt, die mit dem Teufel in Pakt standen oder selbst ihre ganze Mannschaft verflucht hatten. Wahrscheinlich ist der wahre Fliegende Holländer ein Kapitän namens Hendrick van der Decken. Er wollte unbedingt das Kap der Guten Hoffnung umfahren und er schwor, es bis zum Jüngsten Gericht immer wieder zu versuchen. Dann stach er in See. Auch als ein Sturm aufzog, fuhr er weiter und blieb unbeirrt an Deck. Er soff, rauchte Pfeife, sang obszöne Lieder und lachte laut über seine Mannschaft, die vor Angst zitterte. Es kam zur Meuterei, der Kapitän erschoss die Meuterer, aber dann explodierte die Waffe in seiner Hand. Die Mannschaft und er waren tot. Seitdem soll er rastlos über die Meere segeln und allen anderen Schiffen, die ihn sehen, den Tod bringen. Das Schiff des „Fliegenden Holländers“ soll unzählige Male gesichtet worden sein, und jedes Mal galt es als schlechtes Omen. Sogar der deutsche Admiral Karl Dönitz behauptete im Zweiten Weltkrieg, dass einige U-Boot-Crews vor ihrem Untergang den „Fliegenden Holländer“ gesehen haben wollen.

Die „Mary Celeste“ hatte Industriealkohol geladen
Die Geschichte der „Mary Celeste“ wird auch das grösste Mysterium der Seefahrt genannt. Die „Mary Celeste“ war ein Zweimaster. 1872 fand man das Schiff ohne Mannschaft zwischen den Azoren und Portugal einsam auf dem Atlantik treibend. Es war am 7. November in New York ausgelaufen und wollte nach Genua segeln. An Bord waren mehrere Passagiere, Kapitän Benjamin Briggs und eine Ladung Industriealkohol. Noch am 4. Dezember wurde die „Mary Celeste“ gesichtet, und alles schien normal zu sein. Am 13. Dezember fand man das Schiff verlassen, ziellos schaukelnd auf den Wellen. Die Schiffspapiere fehlten, aber das Frühstücksgeschirr mit dem Tee stand noch auf dem Tisch. Einige Pfeifen der Mannschaft lagen in ihren Ständern und waren noch warm. Hier hatte jemand gefrühstückt und geraucht – und dann in aller Hast mit Papieren das Schiff verlassen. Warum? Die Ladung war unberührt, es gab genügend frisches Trinkwasser und ausreichend Lebensmittel. Das Rettungsboot fehlte. Man fand einige Blutspuren in der Kajüte des Kapitäns, und man vermutete deshalb dass der Kapitän ermordet worden war und dass dann alle geflohen sind. Beweisen konnte man diese Theorie jedoch nie. Die „Mary Celeste“ wurde noch 17 Mal weiterverkauft. Am Ende wollte ein Besitzer mit ihr die Versicherung betrügen und versenkte das unglückselige Schiff. Der Versicherungsbetrug flog allerdings auf.

Die „Lady Lovibond“ zeigt sich alle 100 Jahre
Die „Lady Lovibond“ spuckt als Geisterschiff vor der Küste Englands. Am 13. Februar 1748 nahm Kapitän Simon Reed seine frisch angetraute Frau Annette mit auf sein Schiff „Lady Lovibond“, obwohl er damit ein ungeschriebenes Gesetz verletzte. Frauen bedeuteten auf Schiffen Unglück und hatten damals an Bord nichts zu suchen. Aber Kapitän Simon Reed liebte seine Annette einfach über alles. Dieses Mal brachte die junge Frau dem Schiff wirklich kein Glück. John Rivers, der erste Offizier, war ebenfalls verliebt in Annette. Er begann auf dem Deck eine Prügelei mit dem Kapitän. Das Drama endete damit, dass John Rivers die „Lady Lovibond“ absichtlich auf Sandbänken auflaufen liess. Alle Mann und Annette ertranken. Seitdem spukt das Schiff vor der Küste von Dover. Es zeigt sich genau alle 100 Jahre am 13. Februar zwischen den Sandbänken. Es gibt anscheinend Augenzeugen sowohl für den 13. Februar 1848 und für den 13. Februar 1948. Am 13. Februar 2048 wird sie wieder erwartet. Das Schiff soll genauso aussehen, wie früher. Allerdings hat die „Lady Lovibond“ als Geisterschiff einen grünen Schein.

Die „Octavius“ auf eiskalten Abwegen
Am 11. Oktober 1775 fand das Walfangschiff „Herald“ die „Octavius“ an der Küste von Westgrönland. Das Schiff war 13 Jahre verschollen gewesen! Die ganze Besatzung war tot, auch der Kapitän lag tot in seiner Kajüte. Alle waren erfroren. Der Anblick des Kapitäns war besonders schaurig. Er sass, so Augenzeugen, steifgefroren an seinem Schreibtisch und hielt immer noch die Feder in der Hand, mit der er ins Logbuch schrieb! In seiner Kajüte lagen eine tote Frau und ein totes Kind. Was machte die „Octavius“ dort oben in Westgrönland? Die „Octavius“ hatte sich 13 Jahre zuvor auf den Weg nach Indien gemacht und war dort nie angekommen. Wahrscheinlich hatte der Kapitän versucht, die viel kürzere Nord-West-Passage zu befahren und war bei Alaska in Packeis geraten. Es kann sogar sein, dass der Kapitän der erste war, der diesen Weg entdeckt hat. Er konnte nur nicht mehr darüber berichten. 13 Jahre lang soll das Schiff mit seinen zu Eis erstarrten Menschen ungesteuert in Nordpol-Nähe gefahren sein, bis es in Westgrönland auftauchte. Das Logbuch konnte keine genaueren Angaben mehr liefern. Es war gefroren, und als man es mit in die Wärme nahm, zerfiel es.

Die „Young Teazer“ explodierte
Während des Britisch-Amerikanischen Krieges 1812 war die „Young Teazer“ als Piratenschiff unterwegs. Privatpersonen durften damals feindliche Schiffe entern und ausräumen. Sie bekamen dazu von der Regierung sogar einen offizielle „Kaperbrief“. Einige Zeit waren die Männer der „Young Teazer“ sehr erfolgreich, dann aber wurde die „Young Teazer“ selbst von feindlichen Schiffen verfolgt. Im Juni 1813 wurde sie schliesslich von der „HMS Hogue“ in den Hafen von Halifax gejagt, aber die „Young Teazer“ konnte entkommen. Immer wieder gelang es dem kleinen Piraten-Schoner, vor den britischen Schiffen zu fliehen. Am Ende war es dann aber in der Bucht von Mahone in Neuschottland (Kanada) gefangen. Die Situation war aussichtslos und die Männer wussten, dass man sie hängen würde. Die Besatzung wollte deshalb fliehen und das Schiff vorher in die Luft sprengen. Das Schiff explodierte viel zu früh. Viele „Teazer“-Männer starben, andere überlebten schwer verletzt. Die Überlebenden kamen in ein Gefängnis, die Toten wurden an der Küste beigesetzt. Seit der Explosion wurde die „Young Teazer“ immer wieder gesichtet. Wie aus dem Nichts taucht es als brennendes Geisterschiff in der Mahone-Bucht in Neuschottland auf. Es soll inzwischen Hunderte von Augenzeugen geben, die berichten, dass es plötzlich vor ihnen war. Einige sahen es aus nächster Nähe und berichteten, dass sie Männer beobachteten, die über das brennende Deck liefen und um ihr Leben kämpften. Die Überreste des Wracks wurden damals von Küstenbewohnern eingesammelt, das kostbare Holz zum Hausbau verwendet. In einem dieser Häuser soll es spuken. Heute findet an der Küste jährlich ein Festival zu Ehren des Geisterschiffes statt.

Auf der „MV Joyita“ fehlte das Logbuch, der Sextant und der Chronometer
Die „MV Joyita“ war eigentlich eine Luxusjacht, die 1931 in Los Angeles (USA) für den Filmdirektor Roland West gebaut wurde. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Jacht von der Navy an der Küste von Hawaii eingesetzt. Am 3. Oktober 1955 lief das Schiff von Samoa in Richtung Tokelau im Südpazifik aus. Es waren 25 Menschen an Bord, darunter Regierungsbeamte, zwei Kinder und ein Chirurg, der auf Tokelau gebraucht wurde. Die Überfahrt sollte nur zwei Tage dauern, aber das Schiff verschwand. Man fand es am 10. November 1955, 600 Meilen von seiner Route entfernt. Es war kein Mensch mehr an Bord, und alle Uhren waren um 10.25 Uhr stehengeblieben! Eine der Maschinen lief immer noch, aber es fehlten 4 Tonnen Fracht. Da sich die Last verschoben hatte, hatte es eine starke Schlagseite. Man fand an Deck blutiges Verbandsmaterial, aber sonst nichts. Das Logbuch, der Sextant und der Chronometer fehlten. Gerüchte verbreiteten sich. Japanische Soldaten sollen sich angeblich an dem Schiff gerächt haben, weil es während des Krieges im Zweiten Weltkrieg gegen die japanische Armee eingesetzt worden war. Was wirklich passierte und wo die 25 Menschen geblieben sind – man weiss es bis heute nicht.

Die „Baychimo“ verschwand 1931 in einem Schneesturm
Die „Baychimo“ war ein in Deutschland gebauter Frachter, der in den Zwischenkriegsjahren an der kanadischen Küste fuhr und zu einem sehr realen Geisterschiff wurde. Im Oktober 1931 geriet der Frachter in Packeis. Die Männer konnten sich an Land ein Lager bauen, in dem sie überwintern wollten. Am 24. November 1931 kam es zu einem schrecklichen Schneesturm. Als er vorüber war, war das Schiff verschwunden. Die Männer an Land waren davon überzeugt, dass es im Sturm gesunken war. Aber dann tauchte es immer wieder auf. Man sah es mal da, man sah es mal dort. Manche konnten es sogar betreten, aber es war immer zu viel Eis in der Nähe, um es anzuseilen und abzuschleppen. Als Geisterschiff soll es jahrzehntlang an der kanadischen Küste entlang gefahren sein. 1969 sah man den Frachter zum letzten Mal. Die „Baychimo“ war im Eis im Nordwesten Alaskas eingefroren. 2006 schickte die Regierung von Alaska einen Suchtrupp los, der das „Geisterschiff der Arktis“ finden sollte. Bis jetzt ohne Erfolg.

Von der elfköpfigen Mannschaft der „Carrol A. Deering“ fehlt jede Spur
Als man die „Carrol A. Deering“ am 4. Februar 1921 fand, war ausser einer hungrigen Katze niemand an Bord. In der Kombüse hatte jemand gekocht, das noch warme Essen stand fertig zum Servieren bereit. Die Rettungsschiffe waren weg, die Anker fehlten und zwei Schiffslichter waren so gesetzt, dass sie „Manövrierunfähigkeit“ signalisierten. Von der elfköpfigen Mannschaft war weit und breit keine Spur. Schon die Vorgeschichte war dramatisch gewesen. Die „Carrol A. Deering“ war ein Schoner mit fünf Masten und war als Lastschiff im Einsatz. Auf der Jungfernfahrt nach Rio de Janeiro wurde der Kapitän krank und musste das Schiff in Rio de Janeiro verlassen. Kapitän Wormell wurde angeheuert, dazu kam noch Charles McLellan als erster Offizier. In Barbados lief das Schiff den Hafen an, um Wasser und Proviant zu holen. Dabei betrank sich McLellan so sehr, dass er verhaftet wurde und vom Kapitän aus dem Gefängnis ausgelöst werden musste. Die beiden Männer stritten sich anschliessend lautstark, und als das Schiff ablegte, herrschte an Bord der „Carrol A. Deering“ eine düstere Stimmung. Später beobachtete ein Feuerschiff, dass die „Carrol A. Deering“ einen Kurs nahm, der zu den berühmten und berüchtigten Untiefen vor der Küste von North Carolina (USA) führte. Am 31. Januar 1921 sah man das Schiff auf den Sandbänken von Cape Hatteras vor North Carolina. Aber es tobte der stärkste Sturm seit 22 Jahren und es dauerte bis zum 4. Februar, bis jemand das Schiff betreten konnte. Der Sturm war zu heftig gewesen. Wo war die Mannschaft geblieben? Warum hatte das Schiff diesen Kurs genommen und war auf die Sandbänke vor Cape Hatteras gesegelt? Die abenteuerlichsten Theorien tauchten auf. War das Schiff durch das nahe Bermuda-Dreieck ausser Kurs geraten? Hatten vielleicht sogar Bolschewiken oder Alkoholschmuggler das Boot geentert? Wahrscheinlich ist jedoch, dass es zu einer Meuterei gekommen war oder dass sich Kapitän und Erster Offizier weiterhin gestritten haben. Die Besatzung muss dann mit den Rettungsschiffen geflohen sein. Aufgrund des Sturms ertranken alle vor der nahen Küste. Leichen wurden allerdings nie geborgen, alles war immer nur eine Theorie. Das Wrack wurde aus Sicherheitsgründen teilweise gesprengt, Überreste davon blieben jedoch bis in die 50er Jahre weithin sichtbar. Das Rätsel der „Carrol A. Deering“ konnte nie gelöst werden.

Die „Eliza Battle“ sank – 26 Menschen starben
Die „Eliza Battle“ war ein luxuriöses Riverboat, das um 1850 auf dem Mississippi (USA) fuhr und dafür gebaut war, die VIPs der damaligen Zeit zu unterhalten. Selbst ein früherer US-Präsident fuhr auf dem Schiff und liess sich begeistern. Am 1. März 1858 kam es zur Katastrophe. Alle Kabinen waren mit Passagieren besetzt, im Frachtraum lagen 1200 Ballen mit Baumwolle. Insgesamt waren Hundert Personen an Bord. Einige dieser Ballen fingen Feuer und es verbreitete sich rasend schnell. Das Boot schipperte weiter flussabwärts, keiner konnte helfen. Die Passagiere, die meist nur im Nachthemd waren, sprangen verzweifelt in den eisigen Fluss. Mütter versuchten, ihre Kinder zu retten, Männer suchten nach ihren Frauen. Es kam zu fürchterlichen Szenen auf dem brennenden Schiff. Das Schiff sank schliesslich. 26 Menschen starben. Die „Eliza Battle“ blieb als Geisterschiff auf dem Mississippi zurück. Bis heute soll man sie bei Vollmond auf dem Fluss beobachten können. Augenzeugen berichten, dass sie Musik gehört haben und die Flammen so hell waren, dass sie das Schild auf der Seite des Schiffs lesen konnten. Darauf stand: „Eliza Battle“. Die Fischer am Mississippi sind bis heute davon überzeugt, dass es ein Unglück geben wird, falls man die „Eliza Battle“ sieht.

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Brick Burger

Der ultimative Brick Burger
Bei diesen Burgern staunen Sie Bauklötze. Bei Brick Burger kommen die Hamburger als Lego-Steine daher. Wer das probieren will, muss aber bis auf die Philippinen reisen. In der Welt der Gastronomie kann eine Idee gar nicht verrückt, absurd oder witzig genug sein, um nicht irgendwo umgesetzt zu werden. In gleich alle diese Kategorien passt das Restaurant Brick Burger in einem Vorort von Manila auf den Philippinen.

Dort gibt es nämlich Lego-Steine zu essen. Dabei handelt es sich um Burger, die man sich in verschiedenen Farben bestellen kann. Aber nicht nur die Burger sehen aus wie grosse Lego-Steine, auch die Einrichtung, von den Sitzbänken über die Wandverkleidung bis zu den Lampenschirmen und zur Dekoration, ist im typischen Bauklötzchen-Stil gehalten.

Wieso ploppt Popcorn

Wieso ploppt Popcorn?
Das Geräusch kennen viele – Wenn Popcorn hergestellt wird, dann knallt es kurz. Was passiert dann eigentlich? Popcorn kaufen wir uns gern an der Kinokasse. Zu einem guten Film gehört es für viele dazu. Doch wir können die Nascherei auch zu Hause herstellen. Dafür benötigen wir Mais. Allerdings muss es ein ganz bestimmter Mais sein. Wer Popcorn machen will, besorgt am besten Puffmais. Ausserdem braucht er eine Pfanne, Öl, Salz oder Zucker. Doch was passiert beim Herstellen von Popcorn eigentlich?

Die Maiskörner enthalten Stärke und Feuchtigkeit. In ihnen ist also Wasser. Geben wir den Mais nun in eine Pfanne und erhitzen wir die Körner, dann verändert sich das Wasser in dem Korn. Es verdampft mit der Zeit. In dem Maiskorn entsteht ein enormer Druck. Denn das Gas braucht Platz. Irgendwann kann die Schale des Korns das nicht mehr aushalten. Sie platzt auf. Das hören wir als Knall. Aus dem Maiskorn quillt dann die Stärke heraus. Die Masse wird ganz schnell hart. Das ist dann das Popcorn, das wir später essen.

Wer schon einmal Popcorn gemacht hat, weiss, die Körner in der Pfanne platzen nicht alle gleichzeitig auf. Wann sie aufpoppen, hängt von ihrer Grösse, der Feuchtigkeit im Korn und der Verteilung der Temperatur in der Pfanne oder der Popcornmaschine ab. Manche Körner platzen daher früher auf als andere. Popcorn kann unterschiedlich zubereitet werden. Viele mögen die Nascherei mit Zucker. Andere geben lieber Salz dazu. Herkömmlicher Mais eignet sich für Popcorn nicht. Die Maiskörner sind entweder zu trocken oder zu weich, sodass das Wasser im Innern nicht genügend Druck aufbauen kann, um schliesslich den Knall herbeizuführen. Mit normalem Mais lässt sich Popcorn daher schlecht oder gar nicht herstellen.

Doktortitel – Esoterik

Mit Geisterforschung zum Doktortitel: Esoterik an der Wiener Universität
Esoterik hat hierzulande die gesamte Gesellschaft durchdrungen und längst die akademische Ebene erreicht. Seit mehr als einem Jahrzehnt thront die Esoterik an der sozialwissenschaftlichen Universität Wien, genauer am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie (KSA). Das ist überwiegend ein Verdienst von Dr. Manfred Kremser. Er hat 2001 eine ausserordentliche Professur am KSA erhalten, als er bereits Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaft war.

Fahrlässige Unwissenschaftlichkeit
Im März dieses Jahres (2013) ist Manfred Kremser verstorben, und im Nachruf des Instituts ist zu lesen, er habe die Ethnologie neu „auf ausserwissenschaftliche Berufsfelder“ orientiert und bei Abschlussarbeiten „Themen, die manche von uns Kollegen gelegentlich irritierend fanden“, ermöglicht. Eine noble Umschreibung für fahrlässige Unwissenschaftlichkeit: Kremser beeinflusste Studenten mit esoterischen Ideen und sammelte gleichgesinnte Lektoren um sich – so ist gleichsam ein „Wiener Hogwarts“ entstanden. Kremsers Credo, gesprochen im März 2009 beim Quellwasser Festival „Aqua anthropos“ im Völkerkundemuseum: „Wenn es gelänge, Geheimwissen mit dem wissenschaftlichem Wissen zu verbinden, dann glaube ich, könnten wir eine ganzheitliche Sicht der Welt haben.“

„Reifes“ Wasser
Schon im Jahr 2006 wurde von Kremser die Diplomarbeit „Land der Berge – Land des Wassers“ von Andreas G. abgenommen. Darin schreibt der Diplomand unter anderem, heilige Quellen hätten „meist reifes Wasser“; dieses weise einen hohen Anteil an kristallinen Strukturen auf; die Brücken zwischen den Molekülen (Cluster-Bildung) wären zwanzigmal so fest wie bei anderen Wässern, ja, reifes Wasser verhindere sogar das Wachstum von Keimen.

„Aussagekräftiges“ Wünschelrutengehen
Hydrologen würden beim Lesen dieser Behauptungen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen – all das widerspricht wissenschaftlichen Erkenntnissen. Andreas G., der seine Arbeit „allen Wasserwesen“ widmet, übernimmt ohne jede kritische Distanz die fragwürdige These des selbsternannten „Wasserforschers“ Viktor Schauberger, dass keimfreies Leitungswasser gesundheitsschädlich sei; vom japanischen Esoteriker Masaru Emoto die Falschbehauptung, dass Wasser „Informationen“ von Worten, Musik, Gefühlen und Bewusstsein speichert; und er glaubt das Wünschelrutengehen sei aussagekräftig. Er behauptet heilige Quellen „entspringen an Energie geladenen Plätzen und transportieren die Kraft der Erde in die Welt“. Und er vermutet: „Vielleicht hatten unsere Vorfahren auch Möglichkeiten zur Messung von Kraftorten, die heute verloren gegangen sind“, womit sich seine „Forschung“ in esoterischen Spekulationen verliert. Eben: Geheimwissen!

Das widerspricht dem Qualitätsprofil der Universität
Und das, was nicht anders als ein ganzheitlicher Irrtum bezeichnet werden kann, wurde mit einem Diplom ausgezeichnet. Das widerspricht dem Qualitätsprofil der KSA, das unter anderem das „Know-how für Recherche, Datenerhebung und kritischen Umgang mit den Quellen“ vermitteln, sowie „die Fähigkeiten zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten und analytische Fertigkeiten“ lehren will. Der kritische Umgang mit Quellen und Recherche-Know-how ist allerdings auch in folgenden Beispielen nicht zu finden, die sich intensiv mit dem Thema Schamanismus beschäftigen. Dabei werden zwar die allgemein üblichen Werkzeuge der Anthropologie angewendet, doch allzu oft scheint das eigene Erleben der eigentliche „wissenschaftliche“ Zugang zu sein, und vielfach wird die Perspektive der Schamanen, der „Forschungsobjekte“, eingenommen und ihr Glaubenssystem unhinterfragt übernommen.

Geister, Schamanen und anderes Aussersinnliche
Im Jahr 2008 hat etwa Karin G. über „das Unsichtbare im Schamansimus“ gearbeitet und vertritt in ihrer Diplomarbeit die Ansicht, dass die Welt der Geister real sei und Schamanen eine übernatürliche, „extrasensorische“ Wahrnehmung (ESP) hätten. Nun, die Parapsychologie forscht seit 120 Jahren über ESP – eine haltbare Aussage darüber ist ihr jedoch noch nicht gelungen. Als Beleg für das „Aussersinnliche“ berichtet die Autorin von einem Foto, das ein Tamu-Schamane bei einer Seance geknipst hatte. Auf der Nachtaufnahme seien helle Lichtspuren zu sehen, die der Schamane selbst als Abbildung von Geistern interpretiert. Karin G. zieht den Schluss, dass Schamanen tatsächlich „subtile Energie“ wahrnehmen und beeinflussen sowie mit den Geistern konkret kommunizieren könnten. Und dass es sich dabei „vermutlich mehrheitlich um Geheimwissen handelt“. Voilà! Die Diplomandin postuliert auch, dass die eigene persönliche Erfahrung (Hervorhebung im Original) die einzige Möglichkeit des Zugangs zum Unsichtbaren und zu dem anderen Wissen sei. Zweifelsohne eine „ganzheitliche Weltsicht“!

Wo Yoga „mehr“ kann
Geradezu ein esoterisches Glaubensbekenntnis ist die völkerkundliche Diplomarbeit von Anna Maria N., ebenfalls von a.o. Prof. Manfred Kremser angenommen. Der Titel des Werks über hinduistisches Pilgern enthält zugleich ihre „wissenschaftliche“ Position: „In Kashi the Earth speaks“. Die Diplomandin selbst sieht die Erde als lebendiges Wesen an, das zu Menschen im erleuchteten Zustand (Kashi) spricht. Durch Yoga könnten Menschen – wie sie meint – übernatürliche Wahrnehmung erreichen und die „Energie“ und Botschaften eines heiligen Platzes aufnehmen. Wie diese Hindutradition sei auch die moderne Geomantik ein Produkt „of a deeper contact and communication of Human and place.“ Dass die Radiästhesie längst wissenschaftlich widerlegt ist, kümmert sie nicht. Es fehlt hier jegliche Distanz zum untersuchten Objekt: Religiöse Konzepte werden nicht wissenschaftlich untersucht, sondern schlicht für wahr genommen – etwa so wie Kreationisten vorgehen, wenn sie die biblischen Erzählungen wörtlich nehmen und für real erklären.

Astrologie in Tibet
Ähnliches gilt für „Symbole der Heilung“, die Diplomarbeit von Christian M., für die der Autor tibetische HeilerInnen in der Diaspora Dharamsala aufsuchte: „Ob es sich um den Einfluss von gesundheitlichen Hindernissen im Verlauf des Jahres, übelwollende Geister, bis hin zu karmisch bedingten Krankheiten handelt, welche auf keine Therapie ansprechen, die Medizinastrologinnen versuchen mittels kosmischer Gesetze eine Lösung zu finden“, schreibt der Autor und übernimmt das tibetische Weltbild, ohne zu hinterfragen. „Selbst den kosmischen Beistand konnte ich nach meiner Reise erkennen … Astrologie begleitet unser Leben auf Schritt und Tritt. Auch wenn wir es nicht immer sehen, verleugnen lässt sie sich nicht.“ Was immer das heissen mag. Der Autor nennt Astrologie eine „mathematisch sehr anspruchsvolle Wissenschaft“ und meint, man könne diese und die Astronomie „als unterschiedliche Berechnungsmodelle ansehen.“ Ist ein akademischer Grad für solche Fehleinschätzung tatsächlich gerechtfertigt? Astronomen, die das lesen, wären – verwundert.

Alpenschamanismus
Auch StudentInnen, die weniger stark indoktriniert sind, zollen der esoterischen Haltung des Instituts Tribut: So hat Helene B. in ihrer Diplomarbeit über „Alpenschamanismus“, die etwa 100 Neoschamanen im Alpenraum erfasst und die Methoden so mancher von ihnen untersucht: Sie kombinieren alte Bräuche und Mythen mit importierten Ideen und neu erfundenen magischen Riten: Jodeln zum Aufruf der Vier Winde, Trommeln im Bauch der Mutter Erde, Kraftortwanderungen durch alles Seiende, das beseelt gedacht wird – laut Autorin ein „Gemischtwarenhandel“. Im Resümee macht sie jedoch unvermittelt einen Schwenk, bezieht sich auf fragwürdige Autoren und meint: „Der Weg zurück zur Natur ist…in unserer …rationalisierten Zeit notwendig[er]…– auch wenn dies mit einer neuartigen Form von Schamanismus passiert.“

Familienstellen nach Hellinger
Ganz im Trend liegt dagegen die Diplomarbeit von Romina L. aus dem Jahr 2011. Darin geht es um den Vergleich der Arbeit dreier Schamanen in Österreich, deren Arbeit die Diplomandin miterlebt hat, mit der Methode des Familienstellens nach Hellinger. Letztere bekannte Pseudo-Psychotherapie lernte die Autorin in einem Ausbildungsgang (!) im WIFI, dem Weiterbildungsinstitut der Wirtschaftskammer, kennen. Abgesehen von der schlampigen Sprache der Arbeit, enthält diese inhaltlich untragbare Fehler. Auch Romina L. untersucht und analysiert ihre“Forschungsobjekte“ nicht, sondern übernimmt völlig unkritisch deren Sicht der jenseitigen Dinge: Etwa dass Schamanen „tatsächlich“ mittels Trancezuständen und Ritualen auf eine existente Geisterwelt zugreifen könnten. Dass sich „auf feinstofflicher Ebene eine Transformation vollzieht“. Eine Erklärung, was „feinstofflich“ bedeuten soll, bleibt sie schuldig. Im Abschnitt „Wissenschaftlicher Erklärungsversuch“ zitiert sie fragwürdige Autoren und abstruse Ideen, etwa, dass das „menschliche Bewusstsein im Austausch mit der Quantenwelt steht“. Oder meint, esoterisch-nebulos: „Treffen Gehirnfunktionen und Bewusstsein aufeinander…..kann laut der Standardtheorie Materie entstehen.“ Solches zu lesen müsste Physiker und Biologen die Haare zu Berge stehen lassen. Die Autorin hinterfragt auch nicht die vielkritisierte Methode Hellingers, bei der Stellvertreter angeblich eins zu eins abwesende Familienmitglieder repräsentieren und deren Gedanken und Gefühle spüren könnten, was über das so genannte „morphische Feld“ – eine Vermutung des Biochemikers Rupert Sheldrake – möglich sein soll. Diese Theorie ermangelt allerdings jeglicher wissenschaftlichen Grundlage. Aber die Autorin regt sogar an zu untersuchen „ob das morphische Feld durch einen veränderten Bewusstseinzustand zugänglich gemacht“ werden kann. Quantenphysiker, Biologen und Psychologen müssten beim Lesen Gänsehaut bekommen.

AIDS-Leugner
Prof. Kremser hat seine Jünger erfolgreich im Wissenschaftsbetrieb untergebracht. Auch die so genannte „Awareness Research Group“ muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Einige ihrer Mitglieder arbeiten berits als Lektoren am Institut und übernehmen sogar Pflichtveranstaltungen. So wurde Veronica F. noch vor Abschluss ihrer Dissertation als Lektorin etabliert. Schon in ihrer Diplomarbeit aus 2007 („MeditatHIVe Praxis der Heilung“), bei der es um die AIDS-Problematik in Thailand geht, zitiert F. kritiklos Behauptungen von AIDS-Leugnern, bezieht sich auf Esoteriker wie Rüdiger Dahlke und Dr. Bach, dessen „Blüten-Therapie“ als Placebomethode entlarvt ist; und sie nimmt U Shein, einem Weikza – so werden in Burma Magier, Wahrsager und Alchemisten genannt –, gläubig ab, Quecksilber in Gold zu verwandeln und damit nahezu alle Krankheiten heilen zu können! Sie vertritt die – absurde – Ansicht, dass dies auch mit Meditation gelänge, und dass es wohl keine unheilbaren Krankheiten gebe. Wenn Mediziner diese Arbeit zu Gesicht bekämen, wären sie – sehr irritiert. Auch mit ihrer Dissertation („A quest for transpersonal ways of knowing in anthropology of religion and consciousness“), die sich mit der burmesischen Haltung zu „Heilung, Rettung und Erkenntnis“ befasst, ist eindeutig eine Grenze überschritten: Da nimmt die Autorin, fasziniert von seinem Ruhm, zu dem burmesischen Magier und Sektenführer Bo Min Gaung, der angeblich seit Jahrhunderten in verschiedenen Körpern lebt, Kontakt auf. Mit „seiner Unterstützung und unter seiner Leitung“ und mit ihrem Pendel (!) erfährt sie, wie sie recherchieren und die Dissertation schreiben soll (!).

Alchemie
Sie berichtet wiederum gläubig, wie der Alchemist U Shein Quecksilber in Gold verwandelt und zu Medizin verarbeitet. Darüber hinaus nimmt sie die Geomantik für wahr zitiert den britischen Radiästhesieverband als Quelle. Nun, die Autorin ist der Meinung, „dass Erkenntnis und wirkliche Einsicht nur passieren kann jenseits des rationalen Geists.“ Deshalb meditiert und „chantet“ sie, um zu erkennen, „was die wahre Natur der Dinge ist, hinter all dem Ego, hinter all dem diskursiven Gequatsche, das mein Geist jeden Tag von sich gibt (!), und hinter all den materiellen Formen…“ F. übernimmt die Weltsicht der Burmesen, und „Forscherin, das Erforschte und der Akt des Forschens verschmelzen zu einer Einheit ….ich werde mein eigenes Forschungssubjekt“: Das Credo der esoterischen Abteilung in der KSA. F. will ein „holistisches Bild“ liefern, um den „LeserInnen ein Gefühl der untersuchten Phänomene zu vermitteln“ (Hervorhebung im Original). Aber die Autorin ahnt auch: „Die Menschen werden mich für verrückt halten“.

Fotos von Geistern
Und sie riskiert es: F. wohnt Heilungs-Zeremonien bei und fühlt fasziniert, dass dabei verschiedene Geistwesen, Weikzas und sogar Buddha selbst anwesend seien. Als Beweis legt sie Fotos vor, auf denen helle Flecken zu sehen sind, und sie ist überzeugt, dass diese die Geistwesen und Buddhas Anwesenheit zeigen. Wenn Fotografen diesen Text zu Gesicht bekämen, suchten sie vielleicht Wassertropfen oder Staub auf dem Objektiv. Es ist skandalös, dass solches als wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades (!) angenommen wird, schliesslich mussten neben dem „Doktorvater“ Kremser weitere Prüfer den Inhalt akzeptieren. Die Zielvorgabe des Instituts verlangt von den Absolventen „vom eigenen kulturellen Hintergrund zu abstrahieren.“ Offenbar gelingt es der Autorin nicht, denn sie vermengt die burmesischen Vorstellungen mit ihrem eigenen, typisch westlichen Esoterik-Weltbild. Kremser hielt das Werk allerdings für hochwertig. Frau F. hatte schon bei Lehrveranstaltungen Fotos von ihrer Feldforschung gezeigt, auf denen sich, wie sie meint, Energien und Energieströme abbilden. Sie konnte Workshops wie etwa „Ethnography reloaded“ veranstalten, um „transpersonale Erkenntniswege“ in die Anthropologie zu integrieren. Zu Deutsch: „Wir wollen einen Raum eröffnen, der ein Forschen jenseits ‚objektiver‘ Daten- und Faktensammlung ermöglicht.“ Konkret bedeutet das: Im Trüben fischen. Subjektives Erleben ersetzt allgemeingültige Analyse, Esoterik akademischen Geist.

„Ich täusch mich, also bin ich“
Wissenschaft mit „transpersonaler Selbsterfahrung“, aber ohne Fakten und Daten – das gibt es nicht. Wissenschaft heisst zu dokumentieren was ist, eine Hypothese aufzustellen und diese anhand von gesammelten Fakten zu überprüfen, zu bestätigen oder zu verwerfen. Das geschieht hier nicht: Nach dem Motto „Ich täusch mich, also bin ich“ wird die Perspektive des Forschungsobjekts eingenommen und schlicht für wahr gehalten. Statt neuen Erkenntnissen werden veraltete Vermutungen publiziert, ja sogar himmelschreiender Unsinn. An diesem Institut werden Studenten von manchen Lehrenden esoterisch indoktriniert, statt in kritischem Denken und Hinterfragen geschult zu werden. Statt dem universitären Geist der Aufklärung agieren Geister auf dem KSA-Institut – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist zu hoffen, dass dieser „Geist aus der Flasche“ wieder eingefangen werden kann. Der Rektor der kulturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Wien ist aufgefordert, diese intellektuelle Umweltverschmutzung untersuchen zu lassen und sich von esoterischem Nonsens zu trennen.

Hund als Schaf angegeben

Mann gibt Hund jahrelang als Schaf aus
Ein Mann aus Rostock hat seinen zotteligen Hund als Schaf ausgegeben und sich so offensichtlich jahrelang vor der Steuer gedrückt. Dann fiel das Tier ohne Marke beim Gassigehen auf. Der Zeuge sprach den Hundehalter an, wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte. „Obwohl es sich erst wie ein Scherz anhörte, blieb der 35-Jährige beharrlich bei seiner Schafsversion.“

Ein Amtstierarzt stelle fest, dass das Tier ein Hund sei
Der Zeuge rief daraufhin die Polizei. Diese schaute bei dem Mann vorbei, der den Beamten dieselbe Story auftischte. Sie zogen daraufhin eine Amtstierärztin hinzu, die das Tier und den Heimtierpass überprüfte, in dem tatsächlich zu lesen stand, dass es sich um ein Schaf handele. Die Ärztin aber kam zum Ergebnis, dass sie einen Hund der Rasse Perro de Agua Espanol vor sich hat. Dessen leichte Ähnlichkeit mit einem Schaf habe sich der Besitzer wohl zunutze gemacht, um die Hundesteuer nicht zu zahlen, so der Sprecher. Der Besitzer muss nun mit einem Bussgeld und einem Verfahren wegen nicht gezahlter Steuer rechnen…

Achtung Datenfalle

Facebook-Login: Die Daten-Falle mit den «lustigen» Tests
Anbieter von dubiosen Tests und Umfragen greifen auf Facebook nach Ihren Daten und denen Ihrer Freunde. Mit ein paar Klicks weisen Sie die Datenkraken in ihre Schranken.

Bestimmt sind Sie in Ihrem Facebook-Feed bereits drauf gestossen. Webseiten bieten lustige Quizze, «Charaktertests» oder ähnliches an. Alles was man dafür tun muss ist, sich mit seinem Facebook-Account einzuloggen. Doch tut man das, serviert man teilweise dubiosen Anbieter die eigenen Daten auf einem Silbertablett. Denn bei Login mit Facebook werden etwa Geburtsdatum, Email-Adresse oder Freundeslisten automatisch weitergeleitet. Diese Daten können mindestens für gezielte Werbung genutzt werden, im schlimmsten Fall aber auch für noch zwielichtigere Zwecke.

So funktioniert die Masche
Zahlreiche Seiten spezialisieren sich auf vermeintlich lustige Quizze oder enthüllende «Charaktertests». Diese tragen dann Titel wie «Was für eine Art sexy bist du?» oder «Bist du ein guter oder schlechter Mensch?» oder «Mit wem wirst du mal Kinder haben?». Zur Nutzung wird dann der Login mit dem eigenen Facebook-Account verlangt. Das tönt harmlos, doch aufgepasst: Damit händigt man auch gleich zahlreiche persönliche Daten über. Wirklich notwendig ist das fast nie. Die Antworten der Tests bestehen meist aus vorformulierten Texten, ohne einen wirklichen persönlichen Bezug. Welchen Text man zu lesen bekommt, bestimmt meistens ein Zufallsgenerator. Schliesslich wird man noch aufgefordert, das Ergebnis auf Facebook zu teilen, um so noch mehr Nutzer anzulocken. Manchmal erfolgt das Teilen auch ganz automatisch, ohne das Einverständnis des Nutzers.

So kämpfen Sie gegen die Datensauger an
Der erste und beste Schritt ist natürlich, solche Tests gar nicht erst durchzuführen. Ausserhalb von Facebook sollten Sie sehr sparsam mit Ihren Login-Daten umgehen. Lässt sich die Nutzung des Facebook-Logins nicht vermeiden, haben Sie meistens noch die Möglichkeit, die Menge der Daten einzuschränken, die Facebook mit dem externen Anbieter teilt. Zweitens können Sie bereits erteilte Genehmigungen zur Nutzung Ihres Facebook-Logins widerrufen. Das geht auf dieser Seite – oder Sie klicken auf Ihrer Facebook-Startseite oben rechts auf den kleinen Pfeil, wählen «Einstellungen» und dann auf der linken Seite «Apps». Gut möglich, dass sich dort Webseiten oder Apps finden, die Sie seit Jahren nicht mehr genutzt haben. Zum Löschen der Verbindung einfach mit dem Mauszeiger über einen Anbieter schweben und das «X» anklicken.

Das denkt Facebook über Sie
Sie haben sich schon immer gefragt, wie Facebook die Werbeanzeigen auswählt, die es Ihnen zeigt? Dann gehen Sie mal auf diese Seite. Dort sehen Sie ein Auflistung von Charakteristika, die der Facebook-Algorithmus für für Sie relevant hält. Dazu zählen etwa Fernseh-Sendungen, bestimmte Unternehmen oder auch weite Themenfelder wie «Natur» oder «Verkehrsstau». Erstellt wird dieses Profil sowohl durch Beobachtung Ihrer Facebook-Aktivitäten als auch Ihres generellen Surf-Verhaltens. Wenn Sie mit einem bestimmten Thema nicht in Verbindung gebracht werden möchten, lässt sich das mit einem Schweben mit dem Mauszeiger über diesem löschen.

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