Category Archives: Allgemeine Beiträge

Panoramaflug mit dem Adler

Panoramaflug mit dem Adler
Majestätische Rundumsicht: In einem Video nimmt ein Adler eine Kamera Huckepack und zeigt die Welt aus seiner Sicht. Das verblüffende Video entstand nahe der Schweizer Grenze im französischen Chamonix-Mont-Blanc. Dem scheinbar abgerichteten Steinadler wurde eine leichte Kamera mit Weitwinkelobjektiv aufgesetzt. Der Zuschauer erlebt den Flug des Greifvogels, also ob er selber durch die Höhe gleiten würde.

Als ob man selber fliegen würde
Der «König der Lüfte» schwebt bei strahlendem Sonnenschein über Baumwipfel, Bahnlinien und Wanderer hinweg. Im Hintergrund sind die schneebedeckten Alpengipfel zu erkennen. Den Adlerflug als Zuschauer «im Huckepack» zu betrachten, ist buchstäblich ergreifend. Entsprechend gross ist auch die Begeisterung auf das Video: Der Film wurde bisher fünf Millionen Mal aufgerufen, die Kommentare schwärmen von der Schönheit der Luftaufnahmen und ihres gefiederten «Filmers». In den Alpen wird eine Steinadlerpopulation von etwa 1200 Paaren angenommen, davon leben laut alpenmagazin.org etwa 300 in der Schweiz. Damit gilt der stolze Vogel nicht mehr als gefährdet. Das war in den letzten Jahrhunderten anders, als die Adler intensiv vom Menschen bejagt wurden. Erst im Bundesgesetz über Jagd und Vogelschutz von 1926 wurde der Steinadler gesamtschweizerisch unter Schutz gestellt.

Meteorit aus See geborgen

Russische Taucher bergen Fragment von Tscheljabinsk-Meteorit
Sieben Monate nach dem spektakulären Absturz eines tonnenschweren Meteoriten in Russland haben Taucher aus einem See bei Tscheljabinsk ein faustgrosses Stück des Himmelskörpers geborgen. Unter extrem schwierigen Bedingungen sei das Fragment in einer etwa drei Meter dicken Schlammschicht am Boden des Tschebarkul-Sees gefunden worden, sagte Viktor Grochowski von der Universität in der Stadt am Ural. „Wir konnten seine Lage mit Magneten und Sonargeräten orten“, sagte der Forscher am Mittwoch der Agentur Interfax. Wissenschaftler würden in dem See Teile mit einem Gesamtgewicht von einer halben Tonne vermuten, sagte Grochowski. In den vergangenen Monaten seien in der Region rund 1500 Kilometer östlich von Moskau bereits insgesamt 400 Kilogramm an Fragmenten gefunden worden. Die Druckwelle des am 15. Februar 2013 explodierten Meteoriten hatte rund 7000 Gebäude beschädigt. Geborstene Fensterscheiben verletzten etwa 1500 Menschen. Forschern zufolge hatte der Stein ein Gewicht von 10’000 Tonnen und einen Durchmesser von bis zu 20 Metern.

Meteorit Meteoriteneinschlag Tscheljabinsk See Impact Udssr Sowjetunion Miketop

Bildergalerie zu: Einschlag im Ural – Der Tscheljabinsk-Meteorit
Bei einem Meteoriteneinschlag in Zentralrussland wurden hunderte Menschen verletzt. Gesteinsbrocken fielen wie Feuerbälle auf die Erde. Die Druckwelle liess Fensterscheiben bersten.

Meereswirbel der Ozeane

Meereswirbel sind die Schwarzen Löcher der Ozeane
Beide haben feste Barrieren und nichts kann ihnen entkommen. Gigantische Meereswirbel verhalten sich mathematisch ähnlich wie Schwarze Löcher im Weltraum, wie ein Schweizer Mathematiker und ein US-Ozeanograph im «Journal of Fluid Mechanics» berichten. Diese Resultate könnten dabei helfen, einige offene Fragen der Ozeanforschung zu beantworten, schrieb die ETH Zürich in einer Mitteilung. Mögliche Fragen könnten das Klima betreffen, welches von den Wirbeln mit Durchmessern von über 150 Kilometern beeinflusst wird, aber auch die Ausbreitungsmuster von Müll und Öl im Meer. Versuche zu diesen Themen scheiterten bislang daran, dass Wissenschaftler die Grenzen der rotierenden Wassermassen nicht bestimmen konnten. Dies ist George Haller von der ETH Zürich und Francisco Beron-Vera von der Universität von Miami nun mit einer neuen mathematischen Methode gelungen. Sie konnten in Satellitendaten deutlich abgegrenzte Meereswirbel identifizieren.

Schwarzes Loch Meer Strudel Miketop

Ring aus Lichtstrahlen
Dabei stellten sie fest, dass die Eigenschaften der Wirbel jenen von Schwarzen Löchern im All verblüffend ähneln. Schwarze Löcher ziehen dank ihrer enormen Masse sämtliche Materie in bestimmtem Abstand an – sogar Licht. Sie biegen Lichtstrahlen so stark, dass diese sich kreisförmig schliessen, was in der Relativitätstheorie Photonsphäre genannt wird. Hallo und Beron-Vera entdeckten ähnliche geschlossene Barrierelinien um bestimmte Meereswirbel, denen ebenfalls nichts entkommen kann – nicht einmal Wasser. Deshalb fungieren diese Wirbel als Transportvehikel. Die Agulhas Ringe etwa, regelmässig auftauchende Meereswirbel vor Südafrika, verfrachten salziges, warmes Wasser nordwärts.

Gefängnis für Ölpest
Als die Forscher an diesen Ringen ihre Methode testeten, stellten sie fest, dass sie das enthaltene Wasser für fast ein Jahr ohne Durchmischung mit dem umliegenden Wasser festhielten. Auch Meeresplankton, Müll oder Öl werden so „gefangen“ gehalten. Schon hat eine Kollegin in Miami die neue Methode getestet und dabei einen unbekannten Wirbel des Schwarzen-Loch-Typs im Golf von Mexiko entdeckt. Sie will diese Entdeckung nutzen, um die Ausbreitung einer möglichen zukünftigen Ölpest zu berechnen. Komplexe Wirbelströme kämen auch ausserhalb des Meeres vor, erklärten die Forscher. So könnten auch Wirbelstürme solche „Schwarzen Löcher“ sein – zum Beispiel der „Grosse Rote Fleck“ auf dem Jupiter, ein seit Jahrhunderten stabiler, mehrere zehntausend Kilometer grosser Megasturm. Inspiriert wurden die Wissenschaftler laut der ETH durch den Schriftsteller Edgar Allan Poe: In seiner Geschichte „A Descent into the Maelstrom“ beschreibt er einen stabilen Gürtel aus Schaum um einen Meeresstrudel. Diese Beschreibung veranlasste Haller und Beron-Vera, mathematisch nach solchen stabilen Gürteln zu suchen.

U-Boot taucht in Mailand auf

U-Boot taucht in Mailands Zentrum auf
Genau in dem Moment, als man sich im norditalienischen Mailand am Dienstag den Schlaf aus den Augen rieb, ging sehr Seltsames in der Stadt vor. Mitten im Stadtzentrum war ein U-Boot aufgetaucht, dabei durch die Strassendecke gebrochen und hatte ein parkendes Auto beschädigt. In einer aufwendigen Aktion suchten Rettungskräfte nach Opfern, unterdessen sind verwirrte und traumatisierte Matrosen dem Turm des U-Bootes entstiegen. Während Passanten noch grosse Augen machten, wurde im Internet schon darüber spekuliert, wie es zu dem unglaublichen Unfall kommen konnte. Wie sich schon bald herausstellte, hatte jedoch weder ein fehlgeleitetes Atom-U-Boot die Arktis nur knapp verfehlt, noch plante ein Hollywood-Regisseur zur Abwechslung mal die Zerstörung Mailands. Die spektakuläre Szene entpuppte sich als der aufwendige Werbegag eines italienischen Unternehmens, welches Versicherungen anbietet…

Lego – Drogenlabor

Nicht für Kids: Drogenlabor zum Nachbauen
Crystal Meth für Kinder? Die US-Firma Citizen Brick produziert ein Lego-ähnliches Mini-Drogenlabor samt Figuren aus der US-Kultserie «Breaking Bad». Fans sind begeistert. Aus 500 Teilen können Fans der Serie das unterirdische Drogenlabor nachbauen, in dem Ex-Chemielehrer Walter White alias Heisenberg sein blaues «Produkt» herstellt. Der Drogenkoch, Kartellboss Gus Fring und «Cleaner» Killer Mike Ehrmantraut: Sie alle sind als Figürchen im Kit dabei, den Citizen Brick unter dem Namen Superlab Playset für 250 Dollar im Internet feilbietet. Auch Gasmasken, Chemiefässer und sogar das Wohnmobil, in dem Heisenberg seine Karriere startet, sind dabei. Ausgerechnet Jesse Pinkman, Whites Asssistent und Partner, fehlt allerdings. Das Set erinnert frappant ans Lego-System, wird aber – so betont die Firma ausdrücklich – von Citizen Brick hergestellt. Da das Unternehmen auf Spielzeug für Erwachsene spezialisiert ist, verzichtete Lego bislang auf rechtliche Schritte…

Tod der Giganten

Tod der Giganten macht der Pflanzenwelt im Amazonasgebiet zu schaffen
Kaum tauchte der Mensch in Amerika auf, waren Mammut, Mastodon und Riesenfaultier verschwunden. Jetzt zeigt eine Studie am Beispiel der Amazonas-Region, wie wichtig die Giganten für die Pflanzenwelt waren – und dass ihr Tod bis heute Folgen hat. Das Tiersterben vor etwa 12.000 Jahren hatte einer Studie zufolge massive Auswirkungen auf die Pflanzenwelt am Amazonas. Demnach verursachte das Verschwinden von Grosstieren einen drastischen Nährstoffmangel, von dem sich die Region bis heute nicht erholt hat. Dieses Schicksal könne auch anderen Gegenden drohen, in denen Grosstiere aussterben, schreiben die Wissenschaftler um Christopher Doughty von der Universität Oxford im Fachjournal „Nature Geoscience“. Rüsseltiere, Riesenfaultiere und Riesengürteltiere von der Grösse eines Kleinwagens: Vor der Ankunft des Menschen tummelte sich in Südamerika reichlich Grosswild. Für das Ökosystem übernahm diese Megafauna eine wichtige Funktion als Nährstoffverteiler. Denn die meisten Nährstoffe gelangen aus den Anden über Flüsse in das westliche Amazonasbecken. Fernab der Wasserströme herrscht dagegen in den übrigen Regionen ein Mangel.

Undated photograph shows deforested Brazilian Amazon

Arterien des Düngers
Gerade durch ihre Grösse und die damit verbundene Reichweite verteilten die grossen Tiere Nährstoffe, entweder mit ihrem Kot oder aber – wenn sie starben – durch ihren Körper. „Vereinfacht ausgedrückt, je grösser das Tier, desto grösser seine Rolle beim Verteilen von Nährstoffen“, sagt Doughty. „Die grossen Tiere sind für den Planeten vergleichbar mit Arterien des Düngers.“ Gegen Ende des Pleistozäns, bei der Ankunft des Menschen vor rund 12.000 Jahren, starben in Südamerika 64 solche Arten aus – mit einem Durchschnittsgewicht von fast 1200 Kilogramm echte Schwergewichte. Die Lebensräume der Tiere schrumpften von durchschnittlich rund 60 auf nur noch sieben Quadratkilometer.

Nur Afrikas Pflanzenwelt verkraftet Artensterben
Damit blieben die Nährstoffe vermehrt an den Flussufern oder in Überschwemmungsgebieten zurück. Jenseits davon sank die Verteilung etwa von Phosphor um mehr als 98 Prozent, schätzen die Forscher mit Hilfe eines mathematischen Modells. Nicht nur am Amazonas dünnte die Pflanzenwelt seit dem Ende des Pleistozäns stark aus. Auch in Nordamerika verschwanden zahlreiche grosse Tiere wie das Mastodon oder das Mammut. Die genauen Ursachen sind bis heute ungeklärt. Das Aussterben der grossen Pflanzenfresser habe dazu geführt, dass es „viel mehr nährstoffarme Regionen“ auf der Welt gebe, sagt Christopher Doughty. Davon seien alle Kontinente betroffen, lediglich Afrika bilde eine Ausnahme. Mit dem Verfahren könne man die ökologischen Folgen beim Verschwinden von Grosstieren wie etwa Nashörnern oder Elefanten abschätzen. „Unser Modell ermöglicht Kalkulationen, wie stark ein Aussterben die Fruchtbarkeit einer Landschaft beeinflusst, die einst von dieser Art bewohnt wurde“, sagt Doughty.

error: Content is protected