Der gute Ruf im Web

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Der gute Ruf im Web – Unliebsame Inhalte entfernen
Wer zweifelhafte Inhalte im Internet speichert, bedenkt nicht immer die Konsequenzen. Sie zu löschen, ist nicht leicht – aber möglich. Das Internet vergisst nichts. Ungezählte Wissensschätze sind dort gespeichert. Aber auch leidige Erinnerungen: Unangenehm werden die digitalen Fehltritte oft erst später, bei Bewerbungen oder im Beruf. Doch selbst dann sind sie nur schwer zu beseitigen. Oft bleiben Daten, Bilder oder Kommentare nicht mehr nur auf der eigentlichen Webseite gespeichert, sondern sind auch über Suchmaschinen zu finden. Selbst wenn eine Verleumdung oder Schmähung erfolgreich von einer Webseite entfernt wird, kann dies kopiert und an anderer Stelle im Netz erneut veröffentlicht werden. Wer gegen unerwünschte Inhalte im Web vorgehen möchte, sollte sich zuerst an den Verursacher wenden, rät Holger Bleich von der Computerzeitschrift «c’t». Danach könne man den Betreiber der Plattform bitten, den Inhalt zu löschen. «Falls die Gegenseite kein Einsehen zeigt, ist ein Gang zum versierten Rechtsanwalt unvermeidlich», sagt Bleich. Auch eine Gegendarstellung im Forum ist sinnvoll. Fotos im Sozialen Netzwerk kann man zudem per Mausklick «melden». Diese Vorgehensweise empfiehlt man auch beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten als ersten Schritt. Sollte eine Einigung im Guten nicht möglich sein, wenn der Betreiber direkt angesprochen wird, müsse der zivilrechtliche Weg eingeschlagen werden.

Hilfe bei Cyber-Mobbing
Geht es bei den Veröffentlichungen um Themen, die den Jugendschutz berühren, dient in der Schweiz die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK) als Anlaufstelle. Hier gibt es ein Online-Meldeformular, mit dem auf Inhalte hingewiesen werden kann, die verdächtig sind – neben Dingen wie Kinderpornografie oder Betrug zählen dazu auch ehrverletzende Aussagen. Jugendliche, die Opfer von Cyber-Mobbing oder -Bullying werden, können sich entweder an die Opferhilfe-Beratungsstelle des Wohnkantons wenden (einige Kantone verfügen über jugendspezifische Angebote) oder mit der Schweizerischen Stelle für Kriminalprävention SKP sowie direkt mit der Polizei Kontakt aufnehmen. Sollte man feststellen, dass hinter der Rufschädigungen System steckt und etwa eine Firma beteiligt ist, die aus solchen Aktivitäten Kapital schlagen will und auf breiter Front User schädigt, sollte auch der Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte informiert werden.

Onlinedienste weniger empfehlenswert
Unter dem Stichwort «Reputation Management» versprechen darüber hinaus zumeist kostenpflichtige Dienste, das Online-Image des Auftraggebers zu überwachen und negative Inhalte per Löschauftrag aus dem Web zu tilgen. Die Anbieter liefern jedoch kaum mehr Informationen als die eigene Recherche in gängigen Suchmaschinen, wie ein Praxistest der «c’t» ergab. Netznutzer sollten stattdessen lieber selbst nach Informationen suchen, rät Holger Bleich. Es gebe rechtlichen Spielraum, selbst Inhalte aus dem Netz entfernen zu lassen.